Reifendruck bei Agrarreifen: Worauf es ankommt
Reifendruck bei Zugmaschinen
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, mit angehängten Geräten zu fahren. Das zusätzliche Gewicht hinter dem Schwerpunkt des Traktors erzeugt einen Hebeleffekt und Lastverlagerungen.
Beispiel:
Bei einem Pflug besteht ein großer Unterschied zwischen der Arbeitsstellung im Feld und der Transportstellung auf der Straße. Im Transportmodus steigt sowohl die Last als auch die Geschwindigkeit, wodurch die Hinterachse stärker belastet wird und die Vorderradlast abnimmt.
Anpassung des Reifendrucks bei Werkzeugen:
Unabhängig vom Werkzeugtyp sollte der Reifendruck immer an die höchste Last angepasst werden. In manchen Fällen würde dies bedeuten, dass der Reifendruck hinten nahezu verdoppelt werden müsste, was im Feldbetrieb nicht praktikabel ist. Daher ist es wichtig, den Druck bei wechselnden Untergründen oder Geschwindigkeiten anzupassen. Wenn dies zu aufwendig ist, kann der Einsatz eines Reifens mit größerem Luftvolumen und gleichem Abrollumfang in Betracht gezogen werden.
Hinweis: Dies ist nicht immer möglich, da Breite und Maße durch den angebauten Arbeitskorb oder andere Geräte begrenzt sein können.
Radlast und Geschwindigkeit bestimmen den Reifendruck
Der richtige Reifendruck wird beeinflusst durch:
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Radlast – ermittelt auf dem Papier oder durch Wägetechnik
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Geschwindigkeit – je höher die Fahrgeschwindigkeit, desto höher sollte der Reifendruck sein
Nutzen Sie stets die Drucktabellen Ihres jeweiligen Reifenherstellers, da die Werte je nach Marke variieren.
Drucktabellen für Agrarreifen
Ein Standard-Agrarreifen stellt ein Gleichgewicht zwischen Tragfähigkeit (kg), Geschwindigkeit (km/h) und Luftdruck (bar) dar. Wenn Sie einen Faktor verändern (z. B. höhere Geschwindigkeit), muss auch der Reifendruck entsprechend angepasst werden.
Tragfähigkeit (kg) bei Reifendruck (bar)
| km/h | 1,0 bar | 1,3 bar | 1,6 bar | 2,0 bar |
|---|---|---|---|---|
| 10 | 4820 | 5680 | 6430 | 7180 |
| 15 | 4500 | 5300 | 6000 | 6700 |
| 20 | 4500 | 5300 | 6000 | 6700 |
| 65 | 4500 | 5300 | 6000 | 6700 |
| 70 | 4100 | 4820 | 5460 | 6100 |
Vermeiden Sie unnötigen Verschleiß
Ein falscher Reifendruck führt zu:
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Übermäßiger Seitendeformation und Wärmeentwicklung
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Schäden am Reifenflankenschutz
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Verlust der Traktion, da sich der Reifen auf der Felge drehen kann
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Schnellerem Verschleiß von Lauffläche und Karkasse
Druckregelsysteme für Agrarreifen
Mit einem Druckregelsystem lässt sich der Reifendruck situationsabhängig optimal anpassen. Auf der Straße fährt man mit höherem Druck, im Feld mit niedrigerem Druck, um die Bodenfläche zu vergrößern und Bodendruck zu reduzieren. Dies ist besonders interessant für große Selbstfahrer, Güllefässer und schwere Traktoren mit Anhängern, die sowohl Feldarbeiten als auch Transportaufgaben durchführen.
Vorteile eines Druckregelsystems:
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Kraftstoffeinsparung im Feld: 7 % bis 10 %
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Kraftstoffeinsparung auf der Straße (je nach Situation):
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Traktor allein: ca. 5 %
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Mit Gerät: ca. 12 %
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Mit Anhänger: ca. 17 %
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Weniger Reifenverschleiß: bis zu 30 %
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Zeitersparnis und geringerer Bodendruck – höhere Effizienz
IF- und VF-Reifen auf schmaleren Felgen
IF- und VF-Reifen sind oft für breitere Felgen konzipiert, um das Luftvolumen und die seitliche Stabilität zu erhalten. Dank der sogenannten Narrow Rim Option (NRO) können manche Bauarten aber auch auf schmaleren Felgen montiert werden.
⚠️ Hinweis: Dies gilt nicht für jede Marke oder Größe und kann einen höheren Reifendruck erfordern.
Häufige Fragen zum Reifendruck bei Agrarreifen
Was ist der optimale Reifendruck für einen Traktor auf der Straße?
Der Druck sollte stets an die höchste Last und Geschwindigkeit angepasst werden. Nutzen Sie die markenspezifischen Reifentabellen für exakte Werte.
Soll der Druck zwischen Feld und Straße angepasst werden?
Ja — im Feld empfiehlt sich ein niedrigerer Druck für mehr Traktion und einen geringeren Bodendruck, während auf der Straße ein höherer Druck für Stabilität und Sicherheit notwendig ist.
Wie kann ich den Reifendruck einfach anpassen?
Mit einem Druckregelsystem können Sie je nach Boden und Einsatz zwischen hohem und niedrigem Druck wechseln.
Warum unterscheiden sich die Drucktabellen je nach Marke?
Da jeder Hersteller seine Reifen anders konstruiert, können die empfohlenen Drücke für gleiche Abmessungen variieren – nutzen Sie deshalb immer die spezifischen Drucktabellen der jeweiligen Marke.
Mehr wissen?
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